eGFR Rechner

Nierenfunktion präzise messen nach aktuellem medizinischem Standard (CKD-EPI 2021).

CKD-EPI 2021 Gleichung (ohne Rasse)

CKD-EPI 2021 · Inker LA et al., N Engl J Med 2021

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Berechnungsbeispiele

Berechnungsfall Ergebnis
Mann, 50 Jahre, Kreatinin 1,1 mg/dL eGFR ca. 78 mL/min/1,73 m² (Stadium G2, leicht reduziert)
Frau, 68 Jahre, Kreatinin 1,4 mg/dL eGFR ca. 41 mL/min/1,73 m² (Stadium G3b, mäßig stark eingeschränkt)
Mann, 35 Jahre, Kreatinin 0,9 mg/dL eGFR ca. 104 mL/min/1,73 m² (Stadium G1, normale Nierenfunktion)

Wie berechnet man die eGFR mit diesem Rechner?

Die eGFR (estimated Glomerular Filtration Rate) ist der wichtigste Laborwert zur Beurteilung der Filterleistung Ihrer Nieren. Für die Berechnung brauchen Sie nur drei Angaben: Ihren aktuellen Serum-Kreatininwert aus einer Blutuntersuchung, Ihr Alter und Ihr Geschlecht. Geben Sie diese Werte in die Eingabefelder ein und wählen Sie die Einheit Ihres Laborbefunds (mg/dL oder µmol/L).

Unser Tool rechnet nach der CKD-EPI-Kreatinin-Gleichung 2021, die von der National Kidney Foundation (NKF) und der American Society of Nephrology (ASN) als aktueller Goldstandard für Erwachsene empfohlen wird. Das Ergebnis erscheint in mL/min/1,73 m². Werte über 90 gelten als normal; ein dauerhafter Wert unter 60 über mindestens drei Monate kann auf eine chronische Nierenerkrankung (CKD) hinweisen. Dieser Rechner bietet eine erste Orientierung und ersetzt nicht die Bewertung durch einen Nephrologen oder Hausarzt, der Ihre Werte im Kontext Ihrer gesamten Krankengeschichte einordnet.

Wie funktioniert die eGFR-Berechnung nach CKD-EPI 2021?

Der Rechner verwendet die CKD-EPI-Kreatinin-Gleichung 2021 (Inker et al., New England Journal of Medicine, 2021). Sie berücksichtigt Serumkreatinin, Alter und Geschlecht, ohne rassenbasierte Korrekturfaktoren. Das Ergebnis gibt an, wie viel Milliliter Blut Ihre Nieren pro Minute und pro 1,73 m² Körperoberfläche filtern. Im Vergleich zur älteren MDRD-Formel liefert CKD-EPI 2021 besonders im mittleren und oberen GFR-Bereich (über 60 mL/min/1,73 m²) deutlich genauere Schätzungen und führt seltener zu Fehlklassifikationen. Ergebnisse unter 60 mL/min/1,73 m² deuten auf eingeschränkte Nierenfunktion hin und werden in fünf CKD-Stadien eingeteilt.CKD-Stadien nach eGFR-Wert: Grafik der fünf Nierenstadien nach KDIGO-Leitlinie

Nützliche Tipps 💡

  • Vermeiden Sie 24 bis 48 Stunden vor der Blutabnahme intensive körperliche Belastung: starker Muskelabbau erhöht den Kreatininwert vorübergehend und kann die eGFR um mehrere Punkte nach unten verfälschen.
  • Trinken Sie ausreichend Wasser vor der Blutabnahme. Dehydration erhöht die Kreatininkonzentration im Blut und führt so zu einer künstlich niedrigeren eGFR.
  • Ein einzelner Messwert reicht nicht für eine Diagnose: CKD ist per Definition erst dann bestätigt, wenn ein eGFR-Wert unter 60 mL/min/1,73 m² über mindestens drei Monate anhält.

📋Schritte zur Berechnung

  1. Alter, Geschlecht und aktuellen Serum-Kreatininwert aus dem Laborbefund eingeben.

  2. Einheit des Kreatininwerts wählen: mg/dL (in Deutschland üblich) oder µmol/L.

  3. Auf „Berechnen" klicken und sofort eGFR-Wert sowie das zugehörige CKD-Stadium ablesen.

Häufige Fehler ⚠️

  1. Kreatinineinheit verwechseln: 1 mg/dL entspricht 88,4 µmol/L. Wer die falsche Einheit eingibt, erhält einen stark verzerrten eGFR-Wert.
  2. Einen einmaligen Niedrigwert überinterpretieren: vorübergehende Ursachen wie Fieber, Medikamente oder Dehydration senken die eGFR, ohne auf eine chronische Erkrankung hinzudeuten.
  3. Einen eGFR-Wert über 90 als automatisch perfekt ansehen: ein kontinuierlicher Rückgang von z. B. 95 auf 72 mL/min/1,73 m² über zwei Jahre ist ein behandlungsrelevanter Trend, auch wenn beide Werte noch im Normalbereich liegen.
  4. Den Rechner als Ersatz für die ärztliche Bewertung nutzen: die eGFR ist ein Screening-Wert; die endgültige Diagnose erfordert weitere Tests und die klinische Einschätzung eines Arztes.

Praktische Anwendungen📊

  1. Nierenfunktion bei Routineuntersuchungen und Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig überwachen.

  2. Eigenen eGFR-Wert mit altersgerechten Normalwerten vergleichen und Trends erkennen.

  3. Gezielt und fundiert mit dem Arzt über Nierengesundheit, Medikamentendosierungen oder Ernährungsanpassungen sprechen.

Fragen und Antworten

Was ist ein eGFR-Rechner?

Ein eGFR-Rechner schätzt die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) anhand von drei Laborwerten: Serumkreatinin, Alter und Geschlecht. Die eGFR gibt an, wie viele Milliliter Blut Ihre Nieren pro Minute filtern, normiert auf eine Körperoberfläche von 1,73 m². Werte über 90 mL/min/1,73 m² gelten als normal; dauerhaft unter 60 mL/min/1,73 m² über mindestens drei Monate deutet auf eine chronische Nierenerkrankung (CKD) hin. Der Rechner erkennt Funktionsverschlechterungen, bevor Symptome wie Ödeme oder Müdigkeit auftreten, was eine frühzeitige Behandlung ermöglicht.

Wie wird die normale eGFR altersabhängig bestimmt?

Bei gesunden jungen Erwachsenen (20 bis 30 Jahre) liegt die eGFR typischerweise bei 100 bis 130 mL/min/1,73 m². Ab dem 40. Lebensjahr nimmt sie im Durchschnitt um etwa 1 mL/min/1,73 m² pro Jahr ab. Ein 70-jähriger Mann mit einem eGFR von 68 mL/min/1,73 m² liegt damit im altersgerechten Bereich und erfüllt nicht die Kriterien für eine CKD, sofern keine weiteren Nierenschädigungsmarker (z. B. Proteinurie) vorliegen. Entscheidend ist nicht nur der absolute Wert, sondern der Verlauf über die Zeit.

Was bedeutet ein eGFR-Wert unter 60?

Ein dauerhafter eGFR-Wert unter 60 mL/min/1,73 m² über mindestens drei Monate entspricht laut KDIGO-Leitlinien (Kidney Disease: Improving Global Outcomes) dem CKD-Stadium G3a oder schlechter und bedeutet, dass die Nieren weniger als 60 % ihrer normalen Filterkapazität erreichen. Klinisch relevant wird dies u. a. für die Dosierung von Medikamenten (z. B. Metformin, direkte orale Antikoagulanzien), das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und die Notwendigkeit einer nephrologischen Mitbehandlung. Ein einzelner Messwert unter 60 reicht nicht für eine Diagnose; immer zwei Messungen im Abstand von mindestens drei Monaten abwarten.

Warum sinkt die eGFR im Alter?

Mit zunehmendem Alter nimmt die Zahl funktionsfähiger Filtereinheiten in der Niere, der Nephronen, natürlich ab. Gleichzeitig nimmt die renale Durchblutung ab und die Gefäßwände der Glomeruli verändern sich strukturell. Studien zeigen, dass die GFR ab dem 40. Lebensjahr im Durchschnitt um ca. 1 mL/min/1,73 m² pro Jahr sinkt. Dieser Rückgang beschleunigt sich bei Bluthochdruck, Diabetes oder wiederholter Einnahme nierenschädigender Medikamente (NSAR, Kontrastmittel) deutlich.

Ist die CKD-EPI-Formel genau?

Die CKD-EPI-Kreatinin-Gleichung 2021 ist die genaueste nicht-invasive Methode zur GFR-Schätzung für Erwachsene, die derzeit in der klinischen Praxis eingesetzt wird. In der Validierungsstudie von Inker et al. (NEJM 2021) zeigte sie in ethnisch diversen Populationen eine geringere systematische Abweichung als die ältere MDRD-Formel und die CKD-EPI 2009. Die Genauigkeit ist im Bereich 15 bis 90 mL/min/1,73 m² am höchsten; bei sehr hohen GFR-Werten (über 90) ist jede Schätzformel weniger präzise als eine gemessene Inulin- oder Iohexol-Clearance.

Welche Formel verwendet der eGFR-Rechner?

Der Rechner verwendet die CKD-EPI-Kreatinin-Gleichung 2021 (Inker et al., New England Journal of Medicine, 2021), die von der National Kidney Foundation (NKF) und der American Society of Nephrology (ASN) empfohlen wird: \[ \text{eGFR} = 142 \times \min\!\left(\frac{S_{cr}}{\kappa},1\right)^{\alpha} \times \max\!\left(\frac{S_{cr}}{\kappa},1\right)^{-1{,}200} \times 0{,}9938^{\text{Alter}} \times (1{,}012 \text{ bei Frauen}) \] wobei \(S_{cr}\) das Serumkreatinin in mg/dL ist, \(\kappa = 0{,}7\) (Frauen) bzw. \(0{,}9\) (Männer) und \(\alpha = -0{,}241\) (Frauen) bzw. \(-0{,}302\) (Männer). Diese überarbeitete Version von 2021 entfernt rassenbasierte Korrekturfaktoren vollständig, was zu faireren und gleichwertigeren Ergebnissen über alle Bevölkerungsgruppen hinweg führt.
Hinweis: Dieser Rechner dient dazu, hilfreiche Schätzungen zu Informationszwecken bereitzustellen. Obwohl wir uns um Genauigkeit bemühen, können die Ergebnisse je nach örtlichen Gesetzen und individuellen Umständen variieren. Wir empfehlen, bei wichtigen Entscheidungen einen professionellen Berater zu Rate zu ziehen.